Das Heimatmuseum - Ein Nachen der Deichschau

Als im Jahr 2000 das Rhein-Deich-Museum in Bislich eröffnet wurde, erhielt das Museum ein kostbares Geschenk - einen historischen Nachen. Der Nachen wurde 1926 auf der Schless-Werft in Perrich erbaut und diente dazu, bei Hochwasser Menschen zu retten und vom Hochwasser eingeschlossene Häuser zu versorgen. Früher musste jede Deichschau entsprechend ihrer Größe solche "Rettungsboote" bereithalten. Der Nachen, der nun seinen Platz vor dem Museum gefunden hat, dürfte eines der ältesten erhaltenen hölzernen Boote am Niederrhein sein. Um das Boot zu schützen, war es erforderlich, einen "Nachenport" zu erstellen. Nach Plänen von Franz Schweers führten die Firmen Holemanns/Suhrborg und Warthuysen die Bodenplatte und die Pflasterung aus, der Bergbau Walsum verzimmerte die Holzkonstruktion.
Das Gebäude bietet nicht nur Schutz für den historischen Nachen, sondern präsentiert mit dem Dach aus Handstrichhohlpfannen und Strohdokken auch alte Handwerksarbeit und ist damit auch ein Teil der Museumsausstellung. Karl Röpling verlegte die Strohdokken und richtete jede Pfanne einzeln aus. Eine Arbeit, die heute nur noch wenige Dachdecker beherrschen. Hier lohnt es sich einmal näher hinzuschauen, denn in dieser Art waren früher die meisten Dächer am Niederrhein gedeckt.