
Über Bislich
Willkommen im historischen Niederrheindorf Bislich. Der Rhein und seine Auen, die weite Aussicht vom Deich, sowie Störche und andere gefiederte Gäste sind prägend für den rechtsrheinischen Ortsteil Wesels.
Das Deichdorfmuseum Bislich bietet spannende Einblicke in die interessante Lokal- und Deichbaugeschichte, alles Wissenswerte rund um den Fluss als Lebensraum, und nicht zuletzt in eine der Teilstätten des UNESCO-Welterbes “Grenzen des Römischen Reiches – Niedergermanischer Limes”.
Ein Highlight ist von April bis Oktober die Personen- und Radfähre „Keer Tröch“, die zwischen Bislich und der alten Römerstadt Xanten pendelt. Historisch gesehen gab es schon seit mindestens 1300 in Bislich eine regelmäßige Fährverbindung über den Rhein zur Xantener Seite.
Neben der lokalen Storchenroute, dem 14 km langen Rad- und Wanderrundweg vorbei an der gotischen Kirche und den schönsten Storchennestern, führen auch die Liberation Route Europe mit einer Hörstation an der Pieta, der Hanse-Radweg, die Rundroute „Landschaftserlebnis Römerzeit“ und der Rheinradweg viele Radelnde und Wandernde ins schöne Bislich.
Auf dem Deichweg, nur etwas mehr als einen Kilometer vom Dorfkern entfernt, liegt auch die Museums-Außenstelle Schmiede Kock. Hier wird meist einmal im Monat noch live geschmiedet. Diese und alle weiteren Termine in Bislich sind im Terminkalender zu finden.
Mit der NABU-Naturarena “Auf dem Mars” – Ja! so heißt die korrekte Adressangabe – ist auch ein besonderer “Hot-Spot” der Naturfreunde direkt vor Ort. Regelmäßige Öffnungstage stellen den Naturgarten mit seinen Streuobstwiesen vor.
Das heutige Bislich blickt auf eine lange Geschichte zurück. Erstmals urkundlich im Jahr 1185 erwähnt, konnten Siedlungsspuren bereits in der Bronzezeit nachgewiesen werden. Erst im 19. Jahrhundert wuchsen zwei größere Siedlungsbereiche auf dem erhöht liegenden Kirchberg und dem benachbarten Steinberg zum Kerndorf zusammen. Weitere Dorfbereiche setzten sich mit der Zeit aus umliegenden Bauerschaften zusammen.
Die Randbereiche des Steinbergs wurden bereits in vorrömischer und erneut in fränkischer Zeit (bis um 900 n.Chr.) als Grabfelder genutzt. Im Deichdorfmuseum gibt es mehr Informationen dazu.
Am Deich in Bislich entstand eine dreischiffige Kirche mit Kreuzgang schon in romanischer Zeit über einem älteren Gräberfeld auf dem Kirchberg; es ist die später gotisch überformte heutige katholische Johanneskirche. Die evangelische Kirche Bislichs wurde 1729 an der Dorfstraße aus Ziegelsteinen eines historischen Festungsturms erbaut.
Die Landwirtschaft und das Handwerk dominierten bis ins 21. Jahrhundert das Arbeitsleben in Bislich. Neben Ackerbau und Viehzucht wird die Landschaft heute zunehmend von Naturschutzgebieten geprägt, oft Folge von früheren Kiesabgrabungen. Die entstandenen großen Seen bieten zahlreichen Tierarten einen ungestörten Lebensraum.
Das Deich- und Storchendorf zählt mit der Fähre, dem Museum, einem aktiven Vereinsleben und seinen historischen Bauten zu einem beliebten Naherholungsgebiet am Rand der Hansestadt Wesel.
