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Storchen Cam
07. November 2026

100 Kaninchen und jede Menge Besucher.

Lokalschau des R476 Bislich

100 Tiere, zwölf Rassen und ein volles Haus: Der Kaninchenzuchtverein R476 Bislich e. V. konnte sich bei seiner diesjährigen Lokalschau über großen Zuspruch freuen. Am Wochenende des 7. und 8. November verwandelte sich das Vereinslokal Haus Pooth wieder in eine große Kaninchenschau. Bereits zur Eröffnung am Samstag kamen zahlreiche Gäste, um sich die Tiere anzusehen, mit den Züchterinnen und Züchtern ins Gespräch zu kommen und gemeinsam ein Stück Bislicher Vereinsleben zu erleben.

Humorvolle Worte zur Eröffnung

Die Begrüßung übernahm Gabriele Hollmann, die im Namen des Vereins die Gäste sowie Vertreter der Stadt Wesel, anderer Vereine und des Heimat- und Bürgervereins Bislich willkommen hieß.

Für ein besonders unterhaltsames Grußwort sorgte die stellvertretende Bürgermeisterin Ulla Hornemann. Sie gab augenzwinkernd zu, dass sich ihre Kenntnisse über Kaninchen früher hauptsächlich auf entsprechende Rezepte beschränkt hätten. Durch ihre Besuche bei den Bislicher Kaninchenzüchtern habe sie in den vergangenen Jahren allerdings einiges dazugelernt. Besonders begeistert zeigte sie sich von der familiären Atmosphäre und dem Miteinander im Verein.

Auch Kaplan Alexander Senk, der die Schirmherrschaft über die Schau übernommen hatte, nahm sich selbst nicht ganz ernst. Was ihn eigentlich für dieses Amt qualifiziere, fragte er in die Runde. Immerhin könne er ein Kaninchen von einem Meerschweinchen unterscheiden – und eine Verbindung zur Kirche gebe es schließlich auch: Dort kenne man zumindest den Osterhasen. Damit hatte er die Lacher schnell auf seiner Seite.

Zwölf Rassen und rund 100 Tiere

Im Mittelpunkt standen natürlich die eigentlichen Hauptdarsteller. Rund 100 Kaninchen aus zwölf verschiedenen Rassen wurden bei der Lokalschau präsentiert und zeigten eindrucksvoll die Vielfalt der Rassekaninchenzucht.

Für die Besucher bot die Schau dabei weit mehr als einen Blick auf die ausgestellten Tiere. Die Züchterinnen und Züchter standen für Fragen zur Verfügung und berichteten über Zucht, Aufzucht, Haltung und Pflege. Denn beim R476 geht es nicht allein darum, Tiere zu züchten und auf Ausstellungen zu präsentieren. Ebenso wichtig sind der Austausch von Erfahrungen, die Weitergabe von Wissen und die Gemeinschaft im Verein.

Dass dieses Konzept ankommt, zeigte der große Besucherandrang. Zwischen den ausgestellten Tieren blieb reichlich Gelegenheit für Gespräche und Begegnungen. Auch die Tombola mit zahlreichen Sachpreisen gehörte wieder zum Programm.

Vereinsmeister und erfolgreicher Nachwuchs

Natürlich gehörte auch die Preisvergabe zu den Höhepunkten der Schau. Den Titel des Vereinsmeisters 2026 sicherte sich Tobias Schürmann. Hermann van de Velden belegte den zweiten Platz, Gabriele Hollmann wurde Dritte.

Besonders erfreulich war der Erfolg des Nachwuchses. Mit Jonas van de Velden und Kira Schürmann stellten zwei Jungzüchter eigene Tiere aus und wurden im Rahmen der Preisvergabe ebenfalls ausgezeichnet.

Damit zeigte sich bei der Lokalschau ganz unmittelbar, dass die Nachwuchsarbeit des Vereins Früchte trägt. Wissen, Erfahrung und die Begeisterung für die Rassekaninchenzucht werden an eine neue Generation weitergegeben – eine Aufgabe, die beim R476 schon seit vielen Jahrzehnten zum Vereinsleben gehört.

Eine Tradition seit 1934

Der Kaninchenzuchtverein R476 gehört bereits seit mehr als 90 Jahren zum Bislicher Vereinsleben. 1934 schloss sich eine kleine Gruppe Bislicher Kaninchenzüchter zusammen und gründete den Verein. Nachdem die Vereinsarbeit in den letzten Kriegsjahren zum Erliegen gekommen war, wurde sie 1946 wieder aufgenommen.

Schon früh spielte der Nachwuchs eine wichtige Rolle. 1950 wurde eine eigene Jugendgruppe gegründet, damals mit acht Jugendlichen. Die erste Bislicher Lokalschau folgte 1959 und begründete eine Tradition, die bis heute fortgeführt wird.

Vieles hat sich seit diesen Anfangsjahren verändert, der Grundgedanke ist jedoch geblieben: Beim R476 geht es nicht nur um die Haltung und Zucht von Rassekaninchen. Ebenso wichtig sind der Austausch von Erfahrungen und Wissen sowie die Gemeinschaft untereinander.

Genau das war auch bei der diesjährigen Lokalschau zu spüren. Neben vielen interessierten Besucherinnen und Besuchern kamen Vertreter der Stadt Wesel und anderer Vereine nach Bislich. Die Ausstellung wurde damit einmal mehr auch zu einem Treffpunkt des örtlichen Vereins- und Dorflebens.

Viele Hände machen die Schau möglich

Was für die Besucher am Samstag fertig vorbereitet war, hatte für die Vereinsmitglieder schon deutlich früher begonnen. Bereits am Freitag waren zahlreiche Helferinnen und Helfer im Einsatz, bauten die Ausstellung auf und bereiteten alles für Tiere, Aussteller und Gäste vor.

Eine Lokalschau dieser Größenordnung ist ohne ehrenamtliches Engagement kaum denkbar. Von der Vorbereitung und Betreuung der Ausstellung über die Tombola bis zum späteren Abbau sind viele helfende Hände gefragt.

Der große Besucherandrang war dafür ein schöner Lohn. Und so zeigte die Lokalschau einmal mehr, dass es beim R476 um weit mehr geht als um die Bewertung schöner Rassekaninchen: um Nachwuchsarbeit, Erfahrungsaustausch, ehrenamtliches Engagement und eine Gemeinschaft, die seit mehr als 90 Jahren zum Bislicher Dorfleben gehört.

Verfasser

Andre Haider
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