
Internationale NATO-Forschungsgruppe tagt am Niederrhein
Vom 27. bis 29. Mai 2026 traf sich eine Forschungsgruppe der NATO Science and Technology Organization (STO) im Deichdorfmuseum in Bislich. Gastgeber der Veranstaltung war Oberstleutnant Andre Haider vom NATO Joint Air Power Competence Centre (JAPCC) in Kalkar.
Die Forschungsgruppe beschäftigt sich mit der Entwicklung moderner Methoden zur Modellierung und Simulation von Counter-Unmanned Aircraft Systems (C-UAS), also Fähigkeiten zur Abwehr unbemannter Luftfahrzeuge (Drohnen). Ziel ist es, Streitkräften und Entscheidungsträgern künftig bessere Werkzeuge zur Planung, Bewertung und Optimierung von Drohnenabwehrmaßnahmen zur Verfügung zu stellen.
An dem Arbeitstreffen nahmen Experten aus Belgien, Dänemark, Deutschland, den Niederlanden, der Türkei, dem Vereinigten Königreich, und den Vereinigten Staaten teil. Vertreten waren militärische Fachleute, Wissenschaftler, Behördenvertreter sowie Vertreter der Verteidigungsindustrie. Zu den teilnehmenden Organisationen gehörten unter anderem die NATO Communications and Information Agency (NCIA), das Netherlands Aerospace Centre (NLR), die niederländische Forschungseinrichtung TNO, das britische Defence Science and Technology Laboratory (Dstl), das US Air Force Research Laboratory (AFRL), die Belgische Königliche Militärakademie (Royal Military Academy) sowie die auf Drohnenabwehr spezialisierten Unternehmen Roketsan und MyDefence.
Besonders hervorzuheben war der Tagungsort. Frühere Treffen der Forschungsgruppe fanden in internationalen Metropolen wie Paris, Amsterdam, Brüssel oder Norfolk statt. Mit Bislich entschied sich die Arbeitsgruppe diesmal bewusst für einen deutlich kleineren und ruhigeren Veranstaltungsort am Niederrhein. Ziel war es, den internationalen Gästen einen Kontrast zu den bisherigen Tagungsorten zu bieten und zugleich die einzigartige Natur- und Kulturlandschaft der Region kennenzulernen.
Die Wahl des Veranstaltungsortes unterstrich zugleich die wachsende Verbindung zwischen Bislich und dem JAPCC. Seit rund zwei Jahren arbeiten beide Seiten an einer offiziellen Patenschaft, die die Beziehungen zwischen dem multinationalen NATO-Kompetenzzentrum in Kalkar und der Dorfgemeinschaft am Niederrhein weiter stärken soll. Die Durchführung eines internationalen NATO-Forschungstreffens in Bislich markierte einen weiteren Meilenstein dieser Entwicklung.
Das Konzept erwies sich als voller Erfolg. Die Teilnehmer zeigten sich durchweg begeistert von der Rheinlandschaft, den Deichen, den Naturschutzgebieten und dem besonderen Charakter des Dorfes. Die internationale Gruppe hob die Ruhe, die Gastfreundschaft und die naturnahe Umgebung als ideale Voraussetzungen für konzentrierte Facharbeit und intensiven internationalen Austausch hervor.
Während der dreitägigen Arbeitssitzung wurden aktuelle Forschungsergebnisse vorgestellt, Simulationsmodelle weiterentwickelt und die nächsten Schritte auf dem Weg zum Abschlussbericht abgestimmt. Die Ergebnisse der Forschungsgruppe sollen dazu beitragen, die Fähigkeiten der NATO bei der Abwehr von Drohnenbedrohungen weiter zu verbessern und zukünftige Planungs- und Entscheidungsprozesse zu unterstützen.
Mit Vertretern aus sieben Nationen sowie führenden Forschungs-, Technologie- und Industrieorganisationen wurde Bislich für einige Tage zum internationalen Treffpunkt für Verteidigungsforschung und Innovation. Das Treffen zeigte eindrucksvoll, dass erfolgreiche internationale Zusammenarbeit nicht nur in großen Hauptstädten und Konferenzzentren stattfindet, sondern auch in einem Dorf am Niederrhein.