Christliche Zeichen
Station 7.
Selig die Friedfertigen, denn sie werden Söhne Gottes genannt werden
Matthäus 5,9
Der hier gemeinte Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Krieg oder Streit. Der biblische Begriff des Friedens steht in der Tradition des hebräischen „Schalom“. Damit ist ein umfassender Zustand gemeint, in dem Beziehungen heil sind und Menschen in Sicherheit und Gerechtigkeit miteinander leben können.
Entscheidend ist außerdem: Jesus preist nicht einfach Menschen glücklich, die selbst friedlich leben. Gemeint sind Friedensstifter – Menschen, die Frieden herstellen.
Das kann unbequem sein. Frieden zu schaffen bedeutet, aufeinander zuzugehen, zuzuhören, zwischen verhärteten Positionen zu vermitteln, eigene Interessen zurückzustellen oder den ersten Schritt zur Versöhnung zu wagen.
Damit knüpft diese Station unmittelbar an die vorhergehenden Seligpreisungen an. Ohne Sanftmut, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit ist dauerhafter Frieden kaum denkbar.
Das gilt im Kleinen wie im Großen: in Familien, Freundschaften und Dorfgemeinschaften ebenso wie zwischen gesellschaftlichen Gruppen, Völkern und Staaten.
Die siebte Seligpreisung macht Frieden deshalb zu einer aktiven Aufgabe. Frieden geschieht nicht einfach – Menschen müssen ihn schaffen und erhalten.
Gerade dadurch erhält diese jahrtausendealte Aussage eine bleibende Aktualität.

