Christliche Zeichen.
Ein Weg mit Geschichte
Der Weg verbindet Natur und Spiritualität, lokale Geschichte und die Worten der Bergpredigt.
Die acht Seligpreisungen
Ein Weg durch die Bislicher Landschaft
Die Christlichen Zeichen rund um Bislich sind mehr als Wegmarken eines Wanderweges. Sie verbinden ein Stück Bislicher Kirchengeschichte mit einer der bekanntesten Überlieferungen des Neuen Testaments: den Seligpreisungen aus der Bergpredigt Jesu.
Ausgangspunkt der acht Stationen sind Mosaiktafeln, die ursprünglich zum Fußboden der katholischen St.-Johannes-Kirche in Bislich gehörten. Nachdem sie dort ihre ursprüngliche Funktion verloren hatten, wurden die Mosaike erhalten und restauriert. Eingefasst in massive Betonrahmen fanden sie schließlich einen neuen Platz in der Bislicher Landschaft. So blieben Teile der früheren Kirchenausstattung nicht nur erhalten, sondern erhielten eine neue Bedeutung: Aus Bildern innerhalb der Kirche wurden Zeichen am Weg. Der heutige Wanderweg verbindet diese Denkmäler miteinander und führt die Besucher durch das Dorf und niederrheinische Landschaft.
Den inhaltlichen roten Faden bilden die acht Seligpreisungen der Bergpredigt aus dem Matthäusevangelium (Mt 5,3–10). Mit den Worten „Selig sind …“ beschreibt Jesus keine einfachen Regeln für richtiges Verhalten. Er richtet den Blick vielmehr auf Menschen und Haltungen, die nach gewöhnlichen Maßstäben nicht unbedingt für Glück und Erfolg stehen: auf die Armen im Geiste und die Trauernden, auf Sanftmütige, Menschen mit einem tiefen Verlangen nach Gerechtigkeit, Barmherzige, Menschen reinen Herzens, Friedfertige und schließlich diejenigen, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden.
Auch die Reihenfolge der acht Bislicher Stationen folgt dieser biblischen Abfolge. Damit lässt sich der Weg zugleich als gedanklicher oder geistlicher Weg lesen. Er beginnt mit der ersten Seligpreisung – „Selig die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich“ – und endet mit der achten: „Selig die Verfolgung leiden um der Gerechtigkeit willen, denn ihrer ist das Himmelreich“. Anfang und Ende werden durch dieselbe Verheißung, das Himmelreich, miteinander verbunden. Dazwischen stehen Trost, Sanftmut, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Reinheit des Herzens und Frieden. Die acht Stationen können so unabhängig von der persönlichen Religiosität auch als Einladung verstanden werden, über grundlegende menschliche Werte nachzudenken.
Gerade darin liegt der besondere Charakter des Bislicher Weges: Kirche und Landschaft, Geschichte und Gegenwart, Wandern und Innehalten werden miteinander verbunden. Die alten Mosaike haben die Kirche verlassen, ihre Botschaft aber nicht verloren. Heute begegnen sie Spaziergängern und Wanderern draußen in der Landschaft – an Orten, an denen man stehen bleiben, das jeweilige Bild betrachten und sich mit der dazugehörigen Seligpreisung beschäftigen kann. Der Wanderflyer beschreibt den Weg entsprechend als Verbindung von Natur und Spiritualität und als Möglichkeit zur besonderen Auseinandersetzung mit den Worten der Bergpredigt.
Als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf den Berg. Er setzte sich und seine Jünger traten zu ihm. Und er öffnete seinen Mund, er lehrte sie und sprach:
- Selig, die arm sind vor Gott; / denn ihnen gehört das Himmelreich.
- Selig die Trauernden; / denn sie werden getröstet werden.
- Selig die Sanftmütigen; / denn sie werden das Land erben.
- Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; / denn sie werden gesättigt werden.
- Selig die Barmherzigen; / denn sie werden Erbarmen finden.
- Selig, die rein sind im Herzen; / denn sie werden Gott schauen.
- Selig, die Frieden stiften; / denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.
- Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; / denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen. Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel. So wurden nämlich schon vor euch die Propheten verfolgt.
