Feste wurden zum Dorftreffpunkt

Der Allgemeine Schützenverein gründete sich 1867 in Bislich. Bis zum Ende des Kaiserreiches durfte sich der Präsident nur Vereinsleiter nennen

Ein Foto von der Fahnenweihe des Allgemeinen Schützenvereinsausdem Jahr 1960. 

Wesel. Es ist noch gar nicht so lange her, da gab es zwei noch Schützenvereine in Bislich. Erst 2003 entschieden sich die St. Sebastianus­Bruderschaft und der Allgemeine Schützenverein dazu, zu fusionieren. In den Kompanien der Schützengemeinschaft sollen die Traditionen beider Ursprungsvereine aber auf jeden Fall erhalten bleiben, wurde damals festgelegt. Seitdem wird die Geschichte des Allgemeinen Schützenvereins durch die Allgemeine Kompanie fortgeschrieben, die in diesem Jahr ihr 150­ jähriges Bestehen feiert.

1867 wurde der Allgemeine Schützenverein gegründet. Zuvor hatte es in Bislich lediglich Junggesellen­Kompanien gegeben. In dem neuen Verein durfte hingegen jeder Bürger Mitglied werden, ganz gleich, ob er ledig oder verheiratet war, welchem Stand oder welcher Religion er angehörte. Nur mindestens 20 Jahre alt musste man sein. Der erste Präsident war Heinrich Terlinden, der bis 1876 an der Spitze stand. Mit dem Begriff „Präsident“ waren die Behörden des damaligen Deutschen Reiches allerdings nicht ganz einverstanden, und so wurden Terlinden und dessen Nachfolger bis zum Ende der Kaiserzeit schlichtweg Vereinsleiter genannt.

Längster Vereinsleiter in der Historie der Gruppe war Heinrich van Keuk, der beinahe 30 Jahre lang im Amt war. Unter seiner Regie wurde der Bislicher Schützenverein größer und größer. Nicht nur, dass sich immer mehr Bürger mit ihrer Mitgliedschaft anschlossen, auch die Feste entwickelten sich zu tollen Heimat­ und Volksfesten, zu denen zahlreiche Familien aus dem Dorf und dem Umkreis gerne kamen. Auch ihre erste Fahne schafften sich die Bislicher Schützen unter Heinrich van Keuk an, das war im Jahr 1882. Das gute Stück ist dem Verein bis heute erhalten geblieben. Auch das älteste, noch erhaltene Schützenbild aus dem Jahr 1896 stammt aus der Zeit, als van Keuk Präsident war. Gleiches gilt für Schützenfest­Gruppenbilder aus den Jahren 1902 und 1903. Große Einschnitte in der Vereinsgeschichte waren die Weltkriege.

Ab 1914 im Ersten Weltkrieg lag das Vereinsleben zeitweise recht brach. Viele Schützen starben im Krieg oder kehrten schwer verwundet in die Heimat zurück. Die Bislicher ließen sich jedoch nicht entmutigen und feierten schon 1919 wieder ein Schützenfest. 1937, zwei Jahre vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, musste sich der Allgemeine Schützenverein auf Druck der NSDAP auflösen. Aber es ging auch diesmal weiter: Wenige Jahre nach Kriegsende durften die Bislicher ihren Verein mit Genehmigung des britischen Kreiskommandanten neu neu ins Leben rufen und es wurden im Dorf ab 1950 regelmäßig Schützenfeste gefeiert. In der Hansestadt sind die Bislicher traditionell die ersten, die ihr Fest feiern und damit die „Saison“ eröffnen.

Thronbuch geht bis 1888 zurück

Das älteste Bild im Thronbuch des Vereins aus dem Jahr 1888 zeigt den damaligen König Hermann Prast. Dieses Thronbuch wurde bis zum letzten Königspaar des Allgemeinen Schützenvereines im Jahr 2001(Heinz und Franzi Scholten) fortgeführt.

Im Jahr 1953 schaffte der Verein eine neue Königskette an, besonderes Prunkstück dieser Kette ist ein Königsstern aus dem Jahr 1880 sowie das Hauptschild, das den Rheinstrom und die Namen sämtlicher Präsidenten zeigt.

 

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