Koch versteigert sich selbst für guten Zweck

Vor 20 Jahren hat Thomas Geldermann (50) in Bislich das Restaurant Landhaus Drögenkamp eröffnet. Zum runden Firmen-Geburtstag hat er sich eine ungewöhnliche Aktion ausgedacht.

Pressebericht vom 16.02.2017 von Klaus Nikolei

Vor genau 20 Jahren, Anfang März 1997, hat Thomas Geldermann sein Elternhaus in Bislich in das Restaurant Landhaus Drögenkamp verwandelt. Statt den runden Geburtstag groß zu feiern, hatte der 50-Jährige jetzt eine ungewöhnliche Idee: Bei Facebook kann man den Küchenchef nämlich ersteigern. Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten..... Mitbieten kann übrigens auch, wer ihm ein Gebot zumailt (info@landhaus-droegenkamp.de). Das höchste Gebot liegt aktuell 410 Euro. Und die Aktion läuft noch bis zum 24. Februar.

"Wer mich ersteigert, für den koche ich zu Hause ein Vier-Gänge-Menü für vier Personen mit Pasta, Fisch, Fleisch und Dessert", sagt der Spross einer alten Bislicher Familie. Den Gesamterlös der Versteigerung will er der Elternselbsthilfegruppe Bislich zur Verfügung stellen, die sich um Menschen mit Behinderungen kümmert (siehe Infobox).

"Es ist doch schön, anderen eine Freude zu bereiten", sagt Geldermann, dem natürlich klar ist, dass sein Bekanntheitsgrad durch dieses Aktion steigt. Getreu dem Motto Tue Gutes und rede darüber. Und Reden, das tut Thomas Geldermann gerne. Über seine große Leidenschaft, das Kochen, über die Notwendigkeit, sich immer wieder etwas Neues einfallen zu lassen. Gerade in Zeiten, in denen vor allem in Wesel jüngst zahlreiche neue Gastronomiebetriebe (unter anderem Food Lounge, Burger Nerds, Extrablatt) neu eröffnet haben und die Konkurrenz größer wird.

Doch Thomas Geldermann hat seine treue Stammkundschaft und lockt mit Veranstaltungen und Aktionen auch Gäste von weiter her zu sich ins Deichdorf. Denn vom Kochen versteht der weit gereiste Vater zweier Mädchen eine ganze Menge. "Bevor ich vor 20 Jahren aus der einfachen Gaststätte meiner Eltern, die in den 80er Jahren mit Kaffee und Kuchen angefangen haben, ein Restaurant gemacht haben, war ich in zwölf Jahren in zwölf verschiedenen Hotels- und Restaurants tägig." Nach der Ausbildung zum Koch im Weseler Hotel Hohe Mark war er unter anderem in Konstanz, in Zürich und in London im Hilton. Dass er einmal in sein Heimatdorf zurückkehren würde, war für ihn eigentlich nie eine Frage. "Es ist mir wichtig, die lange Familientradition fortzuführen. Ich bin die fünfte Generation."

Thomas Geldermann ist nicht nur durch sein Restaurant bekannt. Unter anderem engagieren ihn Paare, die im Schloss Diersfordt heiraten, für die Ausrichtung ihrer Feier in historischem Ambiente. Geldermann sorgt seit Jahren auch beim Eselrock im Weseler Heubergpark dafür, dass die Musikfans ihren Hunger mit hausgemachter Currywurst stillen können. Und auch für das Catering beim Lackhausener, beim Blumenkamper und beim Dammer Schützenfest zeichnet er verantwortlich. "Gerade diese Außentermine, wo man mit den Gästen direkt Kontakt hat, gefallen mir besonders", sagt der Küchenmeister.

Dass er einmal Koch werden würde, stand früh fest. In der Konrad-Duden-Hauptschule zeigte er beim Kochunterricht größtes Interesse und Talent. "Und ich bin sehr froh, dass ich diesen Berufsweg eingeschlagen haben. Es gibt nichts, außer vielleicht Motorradfahren, was ich lieber tue, als zu kochen und meine Gäste zufrieden zu stellen."

 

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