Bislicher Karneval handmade

Acht Bislicher Schützen organisieren den Karneval im Dorf und sie haben ein glückliches Händchen, wie der Applaus im Saal Pooth mal wieder bewies

Merle Häring

Wesel. Die Begeisterung für den Karneval hat in Bislich auch in diesem Jahr nicht nachgelassen. Ganz im Gegenteil – der Saal im Haus Pooth war mit rund 200 gefüllten Plätzen am Samstag-Abend komplett ausverkauft. Die traditionelle Karnevalssitzung lockte wieder junge und ältere Jecken aus dem Dorf in die Gaststätte.

Der Kostümvielfalt waren dabei keine Grenzen gesetzt. Vom niedlichen Schokobon über blutrünstige Vampire bis hin zum quietschpinken Flamingo war alles vertreten. Mindestens genauso bunt wie die Verkleidungen war auch das knapp dreistündige Programm. Eingeleitet wurde der Abend mit einem zünftigen Auftritt des Bislicher Tambourkorps. Moderiert wurde es von Tobias Engels und Sven Wikker, die sich gegenseitig immer etwas aufzogen. Vier verschiedene Tanzgruppen heizten den Bislichern ordentlich ein. Neben den „Flotten Motten“ unter der Leitung von Lisa Goitowski, der Gardetanzgruppe aus Haffen unter der Leitung von Sabrina Geerts und dem Männerballett „Die Pariser“ waren auch die Mitglieder der Showtanzgruppe „No Names“ erneut mit von der Partie. Schon in den vergangenen Jahren überzeugten sie das Bislicher Publikum und sind mittlerweile sogar bei den Duisburger Tanztagen vertreten. Diesmal begeisterten sie mit märchenhaften Kostümen aus dem Film „Alice im Wunderland“, spektakulären Hebefiguren und flotten Rhythmen. Herzhaft gelacht wurde beim Sketch von Lukas Giesen, Alexander Droste und Timo Theisen. Sie mimten in weißem Hemd und Fliege hinter einem selbstgebauten „Klavier“ freihändige Pianisten. Für die nicht ganz jugendfreie Variante, das klassische Instrument zu spielen, benötigten sie nur eine kurze Vorbereitung mit einschlägigen Magazinen und Videos. Ihre Versionen von „99 Luftballons“ und dem Titelsong von „Fluch der Karibik“ ernteten jede Menge Applaus der amüsierten Gäste.

„Alles funktioniert ohne Elferrat“

Zwischen Tanz und Sketchen durften natürlich auch die klassischen Büttenreden nicht fehlen. Eine davon stammte von Moderator Tobias Engels höchstpersönlich – und klang zunächst gar nicht nach der großen Karnevalsliebe: „Seid ihr bereit? Das ist die Beklopptenzeit! Auf einmal werden alle dämlich, das befiehlt das Datum nämlich!“ Er klagte den Besuchern sein Leid mit den lauten und betrunkenen Jecken, die nur noch in Reimen sprechen und zwanghaft lustig sein müssen. Dagegen hat er aber ein gutes Mittel gefunden: „Der Trick ist, dass man sich verpisst, bis endlich Aschermittwoch ist!“ Er empfiehlt allerdings eine Alternative: „Oder lass das alles sein und fahr nach Bislich an den Rhein!“ Denn dort stehen „echte Ikonen“ auf der Bühne und „alles funktioniert ohne Elferrat“. Organisiert wurde die Sitzung erneut von einer achtköpfigen Gruppe aus dem Bislicher Schützenverein, unter anderem Tobias Engels. Er bestätigte den Eindruck: „Bislich ist ein sehr karnevalistisches Dorf. Wir konzentrieren uns aber auch auf den Lokalbezug, die meisten Darsteller kommen selbst von hier.“ Und er fügt hinzu: „Wir freuen uns sehr, dass das so gut ankommt und die Veranstaltung restlos ausverkauft war.“

 

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