Ellerdonksee beliebt wie nie

Vor allem in der Pandemie konnte sich der Heimat- und Bürgerverein Bislich vor Aufnahmeanträgen kaum retten.

Der Badestrand am Ellerdonksee (Bildmitte) hinter dem großen Gewässer vorne ist beliebter denn je. foto: Hans Blossey

Wesel Corona hat dafür gesorgt, dass Menschen nicht reisen konnten – sie haben sich nach anderen Freizeitmöglichkeiten umgesehen. So hat der Heimat- und Bürgerverein Bislich einen Run auf das Freibad Ellerdonksee verzeichnet, wie Philipp und Michael Beermann auf der digitalen Jahreshauptversammlung des Vereins berichteten. Um das Bad nutzen zu können, muss man Mitglied sein.

„Da die Bürger aufgrund der Einschränkungen nicht wie gewohnt in den Urlaub fahren konnten,wurden wir mit Aufnahmeanträgen überschwemmt.“ Für so viele Nutzer ist das Bad allerdings nicht gedacht, „am Ende blieb nur noch ein Aufnahmestopp um die Badestelle nicht zu überlasten“.

Besondere Herausforderungen

Nicht alle haben sich mit dieser Lösung abgefunden. Einige Mitglieder hätten ihre Zugangschips widerrechtlich genutzt oder auch nicht berechtigte Leute auf das Gelände gelassen – für den Verein im Falle eines Unfalls ein großes Problem. „Hier haben wir die Mitgliedschaften umgehend beendet und ein Zutrittsverbot erteilt.“ Die Badestelle darf aus rechtlichen Gründen nur von Mitgliedern genutzt werden. Anderenfalls müssten alle Auflagen eines öffentlichen Bads erfüllt werden, für den Verein ist das nicht zu leisten.

Die heißen Sommer der vergangenen beiden Jahre haben dem Team viel Arbeit bereitet und werden für weitere in diesem Jahr sorgen. Erst 2019 hatte der Verein sechs neue Bäume als Schattenspender am Ellerdonksee gesetzt, robuste, die auch extremere Witterungsverhältnisse aushalten sollen. Allerdings stellte es sich für Hendrik und Tobias Wissing sowie Philipp Beermann als eine große Herausforderung heraus, diese Bäumchen auch am Leben zu halten: Sie mussten ständig gewässert werden. „Den Rasen konnten wir teilweise leider nicht retten. Fast die gesamte Liegefläche hat sehr gelitten“, heißt es in ihrem Bericht.

Das Jahr der Pandemie

Im Jahr 2019 hat Bereich Badestelle 86 neue Mitglieder verzeichnet, 29 verließen ihn, zweien wurde die Mitgliedschaft entzogen. Stolze 694 Mitglieder gab es zum Jahresende. Dann kam 2020 und alles wurde anders. „Die Pandemie hatte auch uns fest im Griff und wir konnten unter strengen Auflagen erst im Juni öffnen“, berichtet das Team. Immerhin gab das genügend Zeit, um den lädierten Rasen neu einzusäen, zwei neue Sitzbankgarnituren aus witterungsbeständigem Material und mit schweren Geräten den Parkplatz sowie die Hecken auf dem Gelände herrichten zu lassen. Zwei Mal in der Saison mussten die Algen im Ellerdonksee per Mähboot beseitigt werden, um das Schwimmen dort möglich und angenehm zu machen.

Nicht alles kann das Team selbst erledigen, aber ohne Ehrenamt könnte der Badebetrieb nicht aufrecht erhalten werden: Grünflächenpflege, Verwaltungsarbeiten, Reinigungsarbeiten und vieles mehr fallen Jahr für Jahr an.

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