Neue Museumsleiterin arbeitete schon auf dem Traumschiff

WESEL.   Dr. Barbara Rinn-Kupka tritt die Nachfolge von Peter von Bein an, der vor ein paar Monaten gekündigt hat. Sie ist eine von fast 50 Bewerbern.

Von Petra Herzog
Foto: Markus Joosten

Dr. Barbara Rinn-Kupka ist die neue Leiterin des Heimatmuseums Bislich und wissenschaftliche Mitarbeiterin des Städtischen Museums Wesel

Seit dem 1. November ist sie da, die neue Leiterin des Heimatmuseums Bislich sowie wissenschaftliche und museumspädagogische Mitarbeiterin des Städtischen Museums Wesel. Sie heißt Dr. Barbara Rinn-Kupka, ist nach eigenen Angaben gefühlte 39 Jahre alt und war zuletzt in Köln tätig. Sie folgt Peter von Bein, der gekündigt hatte und dessen Fortgang von Bürgermeisterin Ulrike Westkamp gestern noch einmal sehr bedauert wurde. „Mit ihm haben wir leider einen erstklassigen wissenschaftlichen Mitarbeiter verloren“, sagte sie, bevor sie der neuen Kollegin ihre Bewunderung entgegenbrachte: „Wenn Sie im Internet ihren Namen eingeben, dann ist das schon bemerkenswert.“

Barbara Rinn-Kupka wird ihre Arbeitszeit etwa je zur Hälfte an den beiden Standorten verbringen: im Heimatmuseum Bislich und in der Kulturverwaltung im Centrum an der Ritterstraße. Zu ihrem städtischen Arbeitsplatz hat sie es nicht weit, sie lebt bereits in einer Wohnung mitten in der Stadt.

Hanse und Ornithologie auf dem Traumschiff

In Bislich setzt sie, wie der Heimat- und Bürgerverein auch, verstärkt darauf, weitere Besuchergruppen zu erschließen, indem öffentlichkeitswirksam gehandelt wird. Die Kunsthistorikerin, die auch Volkskunde und Pädagogik studiert hat, verfasste ihre Doktorarbeit über Arbeiten italienischer Stuckateure in Norddeutschland und ist sehr niederlandeaffin, wie sie sagt. Dass sie trotz ihrer internationalen Kontakte ausgerechnet Wesel als Arbeitsort gewählt hat, begründet sie so: „Ich mag einfach Orte mit Entwicklungspotenzial.“ Im Übrigen hat sie auf der MS Deutschland, gemeinhin als Traumschiff bekannt, während ihrer Ferien über die Hanse und die exotische Vogelwelt doziert - zwei Bereiche, die in Wesel und in Bislich eine Rolle spielen, auch wenn die Vogelwelt hier nicht exotisch ist. Doch zu Rinn-Kupkas Hobbys zählt die Ornithologie generell. Eine Zeitlang nahm die Vollbluthistorikerin mit viel Engagement, wie sich sich selbst bezeichnet, auch die kirchlichen Kunstdenkmäler für das Bistum Fulda unter die Lupe, ermittelte ihren Zustand, ihren Wert und ihr Alter.

Auf die in Fachportalen ausgeschriebene Stelle hatten sich fast 50 Frauen und Männer beworben, alle mit sehr guter Qualifikation, wie es heißt. 13 von ihnen wurden zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, am Ende überzeugte Barbara Rinn-Kupka, deren Alter im Internet steht, wie Bürgermeisterin Westkamp sagte. „Dann müssen Sie googlen“, lautete der Tipp der neuen Museumsleiterin.

Gerd Hakvoort (l.) und Wilhelm Kock (r.) vom Heimat-und Bürgerverein Bislich mit der Kulturbeauftragten Heike Kemper, der neuen wissenschaftlichen Mitarbeiterin und Museumsleiterin Dr.Barbara Rinn-Kupka, Bürgermeisterin Ulrike Westkamp und Kulturdezernent Rainer Benien (Mitte von links).

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