Nun können die Hausboote kommen

Die dafür nötige Änderung des Flächennutzungsplans für Bislich, Diersfordt und Bergerfurth ist unter Dach und Fach.

NRZ-Bericht vom 03.09.2015 von Petra Herzog

Bei strahlendem Sonnenschein ist es am Diersfordter Waldsee besonders schön. Das kann Familie Dingebauer nur bestätigen. Die Landwirtsfamilie hat sich unmittelbar an ihrem Hof ein kleines Paradies geschaffen: mit Sandstrand und Tretboot, mit Strandkorb und Sonnenliegen. Die Kopfweiden wirken hier fast ein bisschen wie Palmen am tiefblauen Wasser. Bald sollen auch Touristen die Gegend hier genießen können. Endlich! Acht Jahre hat Volker Dingebauer zusammen mit Ehefrau Dorothee dafür gekämpft, am Ufer des Sees Hausboote zu installieren. Im nächsten Frühjahr wird es wohl so weit sein.

Der Grund: Die Bezirksregierung Düsseldorf hat die 40. Änderung des Flächennutzungsplans der Stadt genehmigt, die die entsprechenden Planungen enthält. Sie betreffen das nord-westliche Stadtgebiet mit Bislich, Diersfordt und Bergerfurth. Von nun an soll nicht nur der großflächige Kiesabbau und der Strukturwandel in der Landwirtschaft planerisch begleitet und unterstützt werden. Nun kann bei einer Reihe landwirtschaftlich genutzter Hofstellen in Freizeit und Tourismus investiert werden.

Naturerlebnis auf dem Wasser
Dorothee und Volker Dingebauer haben in Berlin auf einem Hausboot schon einmal zur Probe gewohnt, um ein Gefühl für die Sache zu bekommen. Jetzt wollen sie zwei Hausboote mit einer Wohnfläche von 50 bis 60 Quadratmetern plus Terrasse anschaffen. Acht bis zehn Meter sollen sie vom Ufer entfernt ihren Platz erhalten, verbunden mit einem Steg. Zwei Schlafzimmer für zwei Paare oder eine Familie, eine Küche und ein Wohnraum - das schwebt den Bislichern vor. Der genaue Hausboottyp für das Naturerlebnis am Wasser steht noch nicht fest.

Dafür gibt es bereits weitere Pläne: zusätzliche acht Hausboote. Doch dafür wird ein Bebauungsplan benötigt. Und: Die Dingebauers wollen erst einmal schauen, wie’s läuft, „langsam reinwachsen“, wie Volker Dingebauer sagt.

Etwas anderes hat Familie Heißing vor, die ebenfalls am Schüttwich zu Hause ist. Sie möchte an der Nordwestseite des Diersfordter Waldsees einen Punkt schaffen, von dem die Planwagenfahrten demnächst starten. Außerdem soll es von hier aufs Wasser gehen, Führungen auf dem See sozusagen. Gruppen können dann den einzigartigen Landschaftsraum erleben, samt seiner ökologischen Qualitäten.

Räumliche Konzentration
Die Freizeitnutzung der ausgekiesten Seen soll räumlich konzentriert erfolgen. Grundlage der Flächennutzungsplanänderung war ein Strukturkonzept, das eine Gruppe unterschiedlicher Interessenvertreter ausgearbeitet hat. Dazu gehörten neben den Behörden auch Kiesunternehmen, Vereine und Naturschutzverbände, die sich im Natur-Freizeitverbund Niederrhein zusammengetan hatten.


Der Privatstrand der Familie Dingebauer. Eine Bucht weiter sollen bald die ersten beiden Hausboote ihren Platz finden. Foto: Johann Ridder

 

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