Bislich schunkelt bei Pooth

Eine Sitzung, bei der es an nichts fehlte: Tanz, Humor, Musik – handgemacht und mitreißend vor ausverkauftem Haus

Wesel. Ein mit 200 Gästen ausverkaufter Saal mit kunterbunten Kostümen und leckeren Schnäpschen auf den Tischen sorgte bei der Bislicher Karnevalssitzung in der Gaststätte Pooth für einen würdigen Rahmen.

Von Alexander Florié-Albrecht Foto Markus Joosten

Im Saal Pooth trieb der Karneval die buntesten Blüten – und die Laune war prächtig.

Zum dritten Mal hatten die Karnevalsfreunde Bislich den Abend bei Pooth organisiert. „Früher gab es in Bislich ja ein Zelt“ , beschrieb Mitorganisator Sebastian Kock, warum man bei dem Programm nicht nur auf „einheimische“ Künstler setzt. „Wir haben 60 Prozent Bislicher hier - und der Rest kommt aus Freundesbeziehungen aus der Umgebung zu uns.“

Entsprechend vielfältig und kurzweilig präsentierte sich das zweieinviertelstündige Programm, dass von dem im bunten Anzug gekleideten Tobias Engels als Moderator präsentiert wurde. Der animierte die Anwesenden gleich zum Aufstehen – „Ein Selfie für die Presse - Standing Ovations für den Moderator.“ Bestens gelaunt holte er einen Prinzen und zwei „Könige“ als Dreigestirn auf die Bühne. Zusammen mit Philipp Feine überreichte er im Verlauf des Abends Rosen als Würdigung der 45 Aktiven auf der Bühne.

Für die fetzige Musik war gleich zum Einstieg das Tambourcorps Bislich verantwortlich, das im Ärzte-OP-Outfit die Bühne betrat, angeführt von seinem Leiter Michael Beermann, der einen „abgetrennten“ Plastikarm als Dirigentenstab benutzte.

Dynamik bot die Showtanzgruppe „No Names“ in brasilianischen Kostümen und mit blauen Tüchern bei einer spektakulären Samba-Akrobatik-Performance. Später sorgte der Gardetanz der Mädels vom HKV Haffen, der Hip-Hopperinnen der Tanzschule Casino aus Wesel und der Showtanz von „Twenty Ten“, der früheren „Flotten Motten“ für Aufmerksamkeit. Trainerin Lisa Goitowski („Twenty Ten“) hatte ihre Freude an der Darbietung „ihrer“ Mädels: „Die haben teilweise mit drei Jahren angefangen und sind jetzt 16, machen das mit viel Freude. Da ist man auch stolz und genießt.“

Natürlich durfte auch der „Baywatch“-Auftritt des Bislicher Männerballetts „Die Pariser“ im rot-gelben Jersey mit Sonnenbrillen und Rettungsschwimmer nicht fehlen.

Und mit Sven Wikker präsentierte sich ein Büttenredner, der unter dem Motto „Der alte Mann und das Dorf“ so ziemlich alles vor Ort durch den Kakao zog, um im gleichen Atemzug zu verkünden: „Wir sind alle Bislicher – mit dem Privileg, im geilsten Dorf am Niederrhein zu wohnen.“

Definitiver Höhepunkt war allerdings der Dinner for One-Sketch mit Alexandrer Droste als 100-jährige Tante Cissy und ihrem Oberkellner Johnny alias Lukas Giesen.

Der spielte seine Rolle so überzeugend und verkörperte die neu erfundenen, abwesenden Freunde wie den „Fahrkapitän Florian Kühnen“, „Oberst Sharky“ mit Hackenschlag oder den „Lieblingskaninchenzüchter Puschkas“ so überzeugend, dass das Publikum kaum zu beruhigen war. Zum Finale kamen alle Protagonisten nochmal gemeinsam auf die Bühne. Damit war der Abend noch nicht zu Ende: Die Jecken schafften die Tische aus dem Saal, um Platz für die Tanzparty mit Sektbar zu schaffen.

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