Wissenswertes aus Wesels Vogelwelt

Museumshelferin Meike Tenbergen entdeckt mit Kindern im Bislicher Deichdorfmuseum, welche Vögel am Niederrhein leben

Von Johannes Kruck Foto Lars Fröhlich

Meike Tenbergen zeigt Jan (Mitte) und Tom eine Schleiereule.

Wesel. Vom Gezwitscher einer Amsel wird begrüßt, wer die Vogelausstellung im Bislicher Deichdorfmuseum betritt, in dem dutzende ausgestopfte Vögel des Niederrheins die Besucher „anschauen“. In den Osterferien bot das Museum Kindern wieder an, mit Meike Tenbergen kostenlos die heimische Vogelwelt zu erkunden. Sozusagen freiwilliger Biologie-Unterricht in den Ferien. Die ehrenamtliche Museumshelferin hatte sich mehrere Stationen ausgedacht, an denen sie den Schülern nahebringt, welche Vögel in Wesel und Umgebung häufig und welche nur ganz selten anzutreffen sind. Die neunjährige Julia aus Flüren möchte als erstes die Silhouette eines Storchs ausmalen. Tenbergen rät ihr, zunächst den Storch in der Ausstellung zu suchen und nochmal genau hinzuschauen, welche Farben der Storch an welcher Stelle aufweist. Da es zwei Störche in dem Raum gibt, muss sich das Mädchen entscheiden: Male ich den Schwarzoder den Weißstorch? Julia wählt den hierzulande deutlich häufigeren weißen Storch, den sie kennt – und beginnt gleich mit dem orangefarbenen Schnabel.

Währenddessen bauen die Brüder Tom (9) und Jan (12) ihr eigenes kleines Gewächshaus. In einen mit Plastikfolie überspannten Blumentopf setzen sie Sonnenblumen – damit in ein paar Wochen die Vögel wieder etwas mehr zu picken haben. Dann wagen sich die beiden Jungs an das Vogelquiz, das die Museumshelferin vorbereitet hat. Erstmal geht es darum, Bilder von Schnäbeln, Füßen oder Federn den richtigen Tieren zuzuordnen. Vor allem, dass hierbei auch einige nicht-heimische Vögel vorkommen, brachte die Brüder ziemlich ins Grübeln. Als ihm der Schnabel eines Ibis vorlegt wurde, sah man die Ratlosigkeit in den Augen des zwölfjährigen Jan, der allerdings schlagfertig spontan antwortete: „Ein komischer Vogel!“

Keine ganz so einfache Aufgabe war dann auch ein weiteres Rätsel: Oder hätten Sie gewusst, wie viele von den hier brütenden etwa 250 Vogelarten überhaupt Zugvögel sind – 40, 120 oder 200? Die richtige Antwort ist hier die mittlere Zahl. Nach dem Rätsel wurd es nochmal richtig spannend, denn Meike Tenbergen stellte einen „Neuzugang“ des Deichdorfmuseums vor: Eine ausgestopfte Schleiereule, die die Kinder nicht nur aus nächster Nähe begutachten, sondern mit Samthandschuhen sogar ganz vorsichtig streicheln durften. Nachdem Tenbergen Dutzende Fragen anschaulich beantwortet hatte, erwischte sie der neunjährige Tom dann doch noch auf dem falschen Fuß: „Womit ist denn die Eule ausgestopft“, wollte der Viertklässler wissen. „Ich weiß es nicht“, gab die Museumshelferin ehrlich zu, ergänzte aber: „Ich vermute aber mit Wolle oder Stroh." Das reichte den Kindern zunächst als Antwort – nach rund 60 Minuten hatten sie viel Neues aus der heimischen Vogelwelt erfahren.

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