NABU kritisiert wieder den Heimatverein

Peter Malzbender, Vorsitzender der Kreisgruppe NABU Wesel, übte wieder mal Kritik am Heimat- und Bürgerverein Bislich, der das Storchennest an der "Kirchenwoy" etwas abgetragen hatte. Der Heimat- und Bürgerverein Bislich äußerte sich dazu in der Presse mit einem Leserbrief.

Foto Hans Glader

Die Störche feiern früh Hochzeit

Der Storchen-Frühling kommt am Niederrhein : Die schönen Vögel paaren sich bereits, wie von Peter Malzbender (NABU) in Bislich und in Spellen beobachtet. „Das ist ungewöhnlich früh“, sagt Malzbender, doch die beiden Storchenpaare hatten im Winter die Region nicht verlassen. Hunger mussten die großen Schreitvögel nicht leiden. Regenwürmer, Maulwürfe und Mäuse standen und stehen zurzeit vorrangig auf dem Speiseplan. Die Weißstörche haben meist einen biologischen Vorteil gegenüber den Störchen, die erst in den nächsten Wochen aus ihren Winterquartieren zurückkehren. Ihre Jungvögel sind viel eher flügge und haben dadurch mehr Zeit, sich mit bester Kondition auf den Zug ins Winterquartier vorzubereiten. Das Zugverhalten der Jungstörche Richtung Süden ist genetisch konditioniert, deshalb können sie sich auch ohne Altstörche auf die lange Reise machen, erläutert Malzbender. Er kritisiert den Heimatverein Bislich, der wie berichtet, das Nest an der Kirchenwoy etwas abgetragen hatte, damit das Wasser ablaufen kann und die Jungstörche nicht im Nassen sitzen. „Frühjahrsputz am Storchenhorst durch Menschenhand ist oft gut gemeint, aber vollkommen überflüssig. Zudem nach dem Naturschutzgesetzt sogar verboten und nur mit Ausnahmegenehmigung der Unteren Naturschutzbehörde ausnahmsweise zulässig. Die Horste sollen von Jahr zu Jahr wachsen“, weiß der NABU-Kreisvorsitzende. Die Altstörche seien nämlich an ihre „Immobilie“ gebunden, auf solche Veränderungen könnten sie sehr empfindlich reagieren. 

Antwort des Heimat- und Bürgerverein Bislich

Falsch informiert!

Kritik an Storchenhilfe. Peter Malzbender kritisierte den Heimatverein Bislich für seinen „Frühjahrsputz“ am Storchennest: Dies sei gut gemeint, aber vollkommen überflüssig. Diese Aussage ist natürlich falsch.

1. Die Bürger am Niederrhein haben die Nester aufgebaut. Ohne die Nisthilfen gäbe es heute nicht so viele Brutpaare am Niederrhein.

2. Das Nest Kirchenwoy, das von den Kindern als Schulprojekt mit Unterstützung der Biologischen Station Wesel aufgebaut wurde, steht stetig im Grundwasser und darf nicht zu schwer werden, deshalb muss es von Zeit zu Zeit abgetragen werden.

3. Nabu-Verbände, die in stark besuchten Storchenregionen tätig sind, pflegen und reinigen ebenfalls die Nester regelmäßig.

4. Dank der Webcam wissen wir, dass dieses Nest mit Plastikmüll verbaut war und zwangsläufig zum Tod der Jungstörche geführt hätte.

5. Alle Arbeiten an den Storchennestern in Bislich werden mit der Unteren Naturschutzbehörde und der Biologischen Station Wesel abgestimmt.

Vom Vorsitzenden des Nabu kann man erwarten, dass er sich vor einer Veröffentlichung informiert und sich mit den Beteiligten austauscht. Polemik und Verbands-Überheblichkeit sind hier fehl am Platz und absolut unqualifiziert. Die Arbeit und langjährige Erfahrung vieler ehrenamtlicher Helfer werden dadurch diskreditiert.

Kornel Schmitz, Bislich

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