Ziegel und Stahl

Bailey und Paqualini im Deichdorfmuseum

Wesel. Am kommenden Sonntag, 22. April, eröffnet die erste Sonderausstellung im Deichdorfmuseum Bislich unter neuer Leitung: Ingenieurskunst in Ziegel und Stahl – Pasqualini und die Bailey Bridge.

Im Dialog: Ein Renaissancebaumeister und ein Erfinder des 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Förderverein Festung Zitadelle Jülich. Um 11 Uhr beginnt die Vernissage im Mehrzweckraum des Deichdorfmuseums, Dorfstraße 24. In der Ausstellung stehen einander gegenüber: Alessandro Pasqualini, geboren 1493 in Bologna/Italien, gestorben 1559 in Bielefeld. Er war Fachmann für Festungswerke und ersann mit langen Berechnungen seine kühnen Konstruktionen.

Donald Coleman Bailey (1901 bis 1985) war ein britischer Zivilingenieur, der im Rahmen seines Hobbys „Modellbaubrücken“ eine Idee hatte. Mit Hilfe seiner mobilen Brücke überquerten die Alliierten 1945 den Rhein – drei dieser Brücken gab es davon in Bislich. Auf den ersten Blick haben die beiden nicht viel gemeinsam.

Der eine entwarf Festungswerke, die Städte, Schlösser und Stützpunkte vor Angriffen schützen, und Feind wie Freund beeindrucken sollten, der andere entsann eine Brückenkonstruktion, die belastbar, schnell aufzubauen und transportabel war. Beide Ideen dienten zunächst dem Krieg, blieben aber auch danach für die Geschichte noch relevant. Ob Pasqualini je nach Wesel kam, ist nicht bekannt. Dank der Forschungen von Alexander Berkel ist belegt, dass Donald C. Bailey die Bauarbeiten einer „seiner“ Brücken in Bislich 1945 persönlich in Augenschein nahm. Teile dieser Brücke sind heute Ausstellungsstücke im und am Deichdorfmuseum Bislich.

Die Ausstellung ist bis zum 22. Juli zu sehen. Das Museum öffnet samstags von 11 bis 17 Uhr und sonntags, von 14 bis 17 Uhr.

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